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TU Berlin

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Von Artefakten zu Wissensfakten. Zur Verwissenschaftlichung des Konstruierens durch informationstechnische Artefakte am Beispiel des Einsatzes von CAD, CAM und CAE im Maschinenbau

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Eine Besonderheit der Dynamik technikwissenschaftlichen Wissens ist, dass Wissen in Konstruktionsvorgängen mit Artefakten gewonnen wird und sich in Artefakten manifestiert. Eine Schlüsselfunktion erhalten wiederum computerbasierte Konstruktionswerkzeuge, die zur Genese technikwissenschaftlichen Wissens eingesetzt werden und in ihrer Handhabung das gewonnene Wissen verfügbar machen. Das Ziel dieses Teilprojektes ist es, die epistemische Wirksamkeit informationstechnischer Artefakte in Konstruktionsprozessen und die daraus resultierenden Folgen für die Wissensdynamik in den Technikwissenschaften genauer zu untersuchen. Denn sie stellen nicht nur wichtige Hilfsmittel in der Wissensakquisition, Wissenskoordination und Wissensintegration dar. Sondern durch ihre Rahmenbedingungen in der Entwicklung gehen sie zugleich konstituierend in die Wissensgenerierung ein.

Daraus ergeben sich zwei Ebenen der Untersuchung. Zum einen werden computerbasierte Artefakte als Wissensmanifestationen betrachtet, in denen sich Wissen niederschlägt. Zum anderen steht ihre Rolle als Wissenswerkzeuge und den mit ihnen verbundene Erkenntnispraktiken im Fokus. Aus der Perspektive des Gebrauchs ist zu klären, wie sich die epistemischen Voraussetzungen der Werkzeuge in der Entwicklung auswirken und wie mit ihrer Hilfe neues technikwissenschaftliches Wissen erzeugt wird. Dabei entfaltet sich die theoretisch-begriffliche Analyse entlang empirischer Fallbeispiele. Sie entstammen dem Bereich des Maschinenbaus am Leitbeispiels der Fahrtzeugtechnik/Bremssystem und zielen darauf, den Einsatz von CAD (computer-aided design), CAE (computer-aided engineering) und CAM (computer-aided manufacturing) unter wissensbezogenen Fragen offenzulegen und kritisch zu prüfen.

Nicht zuletzt durch die noch immer weit verbreitete Einschätzung von technikwissenschaftlichem Wissen als bloße Anwendung eines aus anderen Bereichen zur Verfügung gestellten Wissens ist ein vertieftes Verständnis der Dynamik technikwissenschaftlichen Wissens ein großes Forschungsdesiderat. Dieses Defizit begegnet das Teilprojekt auf zweierlei Weise: Erstens kann es wissenstheoretische Besonderheiten des Bereichs herausarbeiten und stellt damit einen wichtigen Baustein einer noch zu entwickelnden allgemeinen Wissenschaftstheorie der Technikwissenschaften dar. Zweitens versprechen die Ergebnisse Hinweise für den Umgang mit dem weltgestaltenden Potenzial informationstechnischer Artefakten. Die Aufklärung der zugrundeliegenden Prozesse vermag es, die Voraussetzungen von Technikgestaltung bereits in ihrer Entwicklungsphase aufzudecken. Ihre kritische Analyse kann wesentlich dazu beitragen, die bislang wenig ausgeprägte Reflexivität in den Ingenieurwissenschaften zu erhöhen.

 

Projektbeteiligte:

Dr. phil. Dipl.-Ing. Sabine Ammon, Fachgebiet Arbeitslehre/Technik, TU Berlin

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